Der Weiler Forggen
© Hermann Pfeiffer, Gemeinde Schwangau: Ortsansicht Forggen
Bis zu seiner Aufgabe im Jahr 1954 war Forggen ein kleiner, abgelegener Weiler, eingebettet in die grüne Flusslandschaft des Lechs. Die sogenannten Forggenwiesen, die wilden Auen und das ursprüngliche Lechbett prägten das Bild. Die Vegetation war außergewöhnlich – geformt von den Pflanzensamen, die der Lech aus den Bergen ins Tal trug. Hier wuchsen Alpenrosen, Enzian, Frauenschuh, Siegwurz, Heidelbeeren, Holunder und Wacholder und vieles mehr.
Die Höfe Hansmichl, Thadl, Mengle, Forggenmüller und Boass lagen verstreut entlang kleiner, mit Lechkieseln befestigter Pfade, die oft nur zu Fuß oder mit dem Pferdewagen passierbar waren. Motorfahrzeuge waren selten, Fahrräder blieben in Matsch und Steigungen stecken. Die Menschen lebten von Viehzucht, Milchwirtschaft und Getreideanbau – und von dem, was der Fluss und seine Auen hergaben.
In Einfach Allgäu zeigt eine interaktive Karte eindrucksvoll, wie das Lechtal vor der Flutung aussah – mit alten Wegen, Flussläufen und verschwundenen Dörfern. Historische Karten und Luftbilder machen sichtbar, wie sich Landschaft und Leben verändert haben. So wird jede Wanderung zu einer kleinen Zeitreise – besonders dann, wenn der See im Winter zurückweicht und die Vergangenheit wieder zum Vorschein kommt.
Forggen 70 - Beim Hansmichl
Forggen 71 - Beim Thadl
Forggen 72 - Beim Mengle
Forggen 73 - Beim Forggenmüller
Forggen 74 - Beim Boass
© Bayerische Vermessungsverwaltung: Amtliche Flurkarte, Uraufnahme, 1808-1864